Die richtigen Schlüsselwörter sind von sehr großem Wert bei der Suchmaschinenoptimierung und brauchen deshalb viel Pflege und Aufmerksamkeit

 Generelles zur Auswahl von Keywords

Die Auswahl der richtigen Schlüsselwörter/Keywords für die Zielwebseite ist von sehr großer Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung. Man geht dabei einen Balanceakt ein, bei dem man sich für einen großen Markt mit oft vielen Mitbewerbern, oder einen kleinen, dafür nicht so stark umkämpften Markt entscheiden muss. Das Potenzial eines Wortes und die Zahl der Mitbewerber um eine gute Platzierung bei einem Suchwort unterscheiden sich von Fall zu Fall. Es kommen dazu noch viele weitere Faktoren, die die Relevanz eines Schlüsselworts für die eigene Webseite beeinflussen können. Für die Suchmaschinenoptimierung an sich ist die Auswahl der richtigen Keywords ein sehr wichtiges, wenn nicht das wichtigste Element, um eine Topplatzierung zu erreichen.

 In die Lage des Suchenden versetzen

Um die optimalen Schlüsselwörter für die jeweiligen Webseiten zu bekommen, muss sich der SEO in die Position des Suchenden versetzen. Welche Begriffe würde er an seiner Stelle eingeben und welche Ausdrücke bringen dann auch den erhofften Effekt. Denn einen Besucher auf die Seite zu bekommen ist schön, verlässt er jedoch die Seite gleich wieder ist es jedoch auch sinnlos. Eine gute Suchmaschinenoptimierung beinhaltet auch den gewünschten Effekt des Auftraggebers – sei es langes verharren auf der Page, tieferes Eindringen in die Webseite, der Verkauf eines Artikels oder Sonstiges – bestmöglich umzusetzen und vor allem Besucher mit Potenzial zur Erfüllung des Kundenwunsches auf diese Seite zu locken. Deshalb sollte man den Inhalt der eigenen Seite gut kennen und sich in den Kopf der möglichen Besucher versetzen, um den Kundenwunsch bestmöglich in die Tat umzusetzen.

 Zielgruppe und Zielsetzung

Um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen, bedarf es der richtigen Schlüsselwörter. Das Keyword sollte inhaltlich passend zur Seite sein und der Benutzer sollte eben jenes Schlüsselwort bei seiner Suche benutzen. Das stellt sich jedoch schwerer heraus als man erwartet. Denn oft ist man selbst zu sehr mit der Materie vertraut, als dass man die passenden Suchbegriffe selbst kennt. Der normale Benutzer dagegen ist meist ein Laie und sieht die ganze Thematik weitaus anders als das ein Insider tut. Das hat oft auch zur Folge, dass sich Suchanfragen von Insidern und Laien stark unterscheiden.

Um die Zielgruppe auf ihre Seite zu locken, ist es ratsam den Besucher aktiv zu bedienen. Das heißt man erstellt Seiten, die auf die ausgesuchten Schlüsselwörter optimiert sind. Man spricht hier auch von einer sogenannten Landing-Page, die den Zweck hat, Suchmaschinenbenutzer auf die eigene Webseite zu locken. Der mögliche Kunde landet sozusagen von der Suchmaschine auf Ihrer Internetpräsenz. Es muss nicht unbedingt eine spezielle Landing-Page erstellt werden. Auch Unterseiten aus dem eigentlichen Inhalt können als Landing-Page dienen. Das wäre dann sogar der Optimalfall, denn der Benutzer würde direkt innerhalb der Webseite landen, ohne vorher den Umweg über eine spezielle Landing-Page nehmen zu müssen. Empfehlen kann man hier durchaus beides umzusetzen, da Quantität hier durchaus eine höhere Effizienz verspricht. Die Herausforderung besteht jedoch darin, den Kunden auf der Seite zu halten und/oder dazu zu bewegen sich weitere Seiten der Internetpräsenz anzusehen. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass speziell ausgelegte Landing-Pages im Durchschnitt eine höhere Bouncerate haben.

 Strategien zur Bestimmung der Keywords
 Shorttail-Strategie

Der Hauptaspekt bei der Auswahl der Keywords ist das Weiterleiten möglichst vieler Benutzer von Suchmaschinen auf die eigene Webseite. Es gibt mehrere Wege um dieses Ziel zu erreichen. Eine Möglichkeit wäre die Shorttail-Strategie, bei der man auf Suchbegriffe setzt, die kurz und prägnant sind und kein detailliertes Suchergebnis liefern (z. B. Oberbegriffe wie Wellness, Beauty, Erholung). Das Problem hierbei wird normalerweise die große Anzahl der Mitbewerber sein, die sich um diesen großen Markt streiten. Zudem finden sich die größten Märkte bei generischen Suchbegriffen, was zu einer nicht vorhandenen Relevanz der Webseite für den Suchmaschinenbenutzer führen kann. Dann hat man zwar einen Besucher, jedoch ohne den gewünschten Effekt, den die Webseite verursachen soll.

 Longtail-Strategie

Eine weitere Möglichkeit bietet die Longtail-Strategie. Bei dieser Variante optimiert man seine Webseite auf weitaus spezifischere Sucheingaben als dies bei der Shorttail-Strategie der Fall ist (z. B. Wellness Urlaub mit Ayurveda-Massagen in Bad Wiessee am Tegernsee, Beauty Crememasken mit eigenen Hautpflegeprodukten, Erholungsmöglichkeiten durch mehrere Whirlpools Sauna und Dampfbad). Der große Vorteil dabei ist die weitaus geringere Zahl an Mitbewerbern um eine Topposition und eine klarer definierte Zielgruppe. Suchmaschinenbenutzer, die durch eine solche detaillierte Suche auf die Webseite stoßen, bleiben durchschnittlich länger auf der Seite und haben eine höhere Erfolgschance, als wenn sie durch Eingabe eines generischen Suchbegriffs auf die Webseite kommen.

Die Shorttail-Strategie bietet den mit Abstand größeren Markt, während die Longtail-Strategie die besten Möglichkeiten für eine gute Platzierung bietet. Jedoch ist es sehr schwer, sich bei generischen Suchbegriffen eine Topplatzierung bei den Suchmaschinen zu sichern. Rangiert man jedoch nicht unter den forderen Plätzen, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Benutzer auf die Seite stoßen. Andererseits platziert man sich bei der Longtail-Variante im Normalfall leicht auf einem der vorderen Plätze, jedoch ist die Anzahl der Suchanfragen und somit die Menge an möglichen Besuchern viel geringer.

 Midtail-Strategie

Der Mittelweg zwischen den beiden oben genannten Varianten ist die Midtail-Strategie. Man analysiert den Markt nach Suchbegriffen, die relativ oft nachgefragt werden, jedoch für die Anzahl der Anfragen eine relativ geringe Mitbewerberschaft aufweisen. Natürlich sollte der Begriff trotzdem inhaltlich auf die eigene Webseite zutreffend gewählt werden. Man sucht sich sozusagen die Suchbegriffe mit den besten Anfrage/Mitbewerber-Verhältnis raus und optimiert seine Webseite auf Grundlage der Begriffe.

Im Optimalfall kreiert man eine Mischung aus allen Strategien, denn die Suchanfragen werden sowohl mit generischen, etwas spezifischeren und sehr spezifischen Anfragen gestellt. Setzt man nur auf eine der Methoden, oder auf zwei der drei Methoden, dann verliert man schon im Vornherein einen Teil der möglichen Kundschaft. Natürlich sollte man die Gewichtung hin zu den einzelnen Strategien je nach Angebot der eigenen Webseite auslegen. So sollte man z. B. als Nischenanbieter mehr auf die Longtail-Variante setzen, oder wenn man die Chance hat bei generischen Begriffen unter den Top10 zu landen, eben die Gewichtung mehr Richtung Shorttail-Variante verschieben.

Tipp: Es gibt mehrere Tools, mit denen man ermitteln kann, wie oft ein Suchbegriff monatlich bei bestimmten Suchmaschinen abgefragt wird. Eines dieser Tools ist die Keyword-Datenbank auf ranking.de und natürlich stellt auch Google mit Adwords, den Webmaster Tools und Analytics eine sehr gute Möglichkeit zur Schlüsselwortanalyse. Dadurch sieht man, welches Potenzial in einem bestimmten Suchbegriff steckt. Anschließend kann man das Internet nach Konkurrenz für diesen Suchbegriff durchforsten und für sich entscheiden, ob es sich lohnt die eigene Webseite für diesen Begriff zu optimieren. Natürlich immer mit dem Hintergrund, dass das Suchwort inhaltlich zur Seite passt.

 Der Weg zu den richtigen Keywords

Mehrere Wege führen nach Rom, heißt es so schön. Der Weg zu den richtigen Keywords kann durchaus auch unterschiedlich sein und trotzdem zum Erfolg führen.

 Erfassen der ersten Keywords

Dieser Weg kann und ist meisten jedoch steinig und wird oft nicht allein vom SEO beschritten werden können. Um eine optimale Auswahl an Keywords zu bekommen bedarf es außerdem noch Ansichten von Außen, zumeist Testern oder befragten Probanten, die die Position der Laien einnehmen. Außerdem braucht es noch an Insiderwissen um mögliche Spezialausdrücke/Fachwörter zu kennen und definieren zu können. Da der SEO meist ein Außenstehender ist, der zwar etwas Einblick in die Materie bekommen hat, ist er weder unbedarft noch mit Spezialwissen ausgestattet. Hier gilt es sich mit Laien und Spezialisten kurz zu schließen.

Diese Mischung aus Außenstehenden, Leuten mit Teilwissen und Experten bildet die beste Grundlage für die erste Auflistung von Schlüsselwörtern. Unabhängig von einander schreiben die Teilnehmer in einer Art Brainstorming ihre Schlagwörter zur Webseite nieder. Anschließend werden die Schlüsselwörter zusammengetragen und evtl. Synonyme oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung der Liste hinzugefügt. Natürlich sollte man öfter genannte Keywords höher bewerten.

Tipp: Für die Ermittlung von Synonymen sind Synonym-Wörterbücher oder der Thesaurus eines Textprogramms empfehlenswert. Natürlich bietet auch das Internet einige Webseiten zur Bestimmung von sinnverwandten Wörtern, wie z. B. http://synonyme.woxikon.de/.

Abhängig von der Zielgruppe muss man natürlich auch hier die einzelnen Schlüsselwörter gewichten. Besteht ein Großteil der Zielgruppe aus Experten, so gewichtet man die Keyword-Vorschläge der Expertengruppe stärker als die der Laiengruppe. Analog gewichtet man die Vorschläge der Gruppenmitglieder mit wenig Wissen mehr, wenn die spätere Zielgruppe wenig Kenntnisse in dem Bereich vorweisen kann.

Ein legitimes, zeitsparendes und erfolgversprechendes Mittel, um schon von Anfang an ein gutes Paket an Keywords zu haben, ist der Vergleich und die Betrachtung von Mitbewerbern. Diese besitzen oft schon über eine optimierte Auswahl an Schlüsselwörtern und teilweise auch einsehbare Statistiken. Ohne großen Aufwand kann man seine eigenen Wörter mit den Schlagwörtern der Konkurrenz vergleichen und ggf. anpassen.

 Überwachen und Auswerten der Keywords

Nachdem die erste Liste an Keywords aufgestellt und in die Webseite integriert wurde, gilt es die Effizienz der Schlüsselwörter zu überwachen und ggf. Änderungen vorzunehmen. Es sind einige Werkzeuge zur Aufzeichnung und Auswertung der Schlagwörter, sog. Trackingtools, auf dem Markt. Eines der bekanntesten und auch umstrittensten davon ist Google Analytics. In Google Analytics und ähnlich ausgerichteten Tools werden die Schlüsselwörter auf tausend verschiedene Arten ausgewertet (genaueres unter „Google Analytics“). Darunter befinden sich auch Statistiken darüber, wie viele Besucher durch einen bestimmten Suchbegriff auf Ihre Seite gekommen sind, welcher Anteil der Suchmaschinenbenutzer sich nach Eingabe dieses Begriffs sich für Ihre Seite entschieden haben, ob der Besucher noch andere Seiten ihrer Internetpräsenz besucht hat und wie lange er sich auf der Seite aufgehalten hat.

Je nach Zielsetzung kann man dann entscheiden, ein Schlüsselwort zu fördern, es vielleicht durch ein anderes Wort zu ersetzen oder erst bei der nächsten Auswertung Konsequenzen zu ergreifen.

Der Prozess der Keywordfindung ist ein sich ständig ändernder und dadurch nie abgeschlossener Vorgang. Auch wenn man den Großteil der möglichen Schlüsselwörter schon am Anfang auflisten, filtern und sortieren kann, so ist eine ständige Aktualisierung der Schlagwörter für ein optimales Suchmaschinenergebnis von Nöten. Dazu sollte man den Markt und aktuelle Ereignisse/Gegebenheiten beachten und ggf. für sich nutzen.

 Beachtenswertes bei der Auswahl der Keywords

Neben den schon erwähnten Kriterien gibt es noch sehr viele Punkte, die bei der Auswahl der Keywords zu beachten sind. So kann die eine Schreibweise des Schlüsselwortes unterschiedliche Ergebnisse liefern, als eine andere Schreibweise. Schon der Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung liefert ein abweichendes Ergebnis (wenn auch nur etwas). Man sollte auch vergleichen, wie sich bestimmte Schlüsselwörter in Ein- oder Mehrzahl geschrieben in der Suchmaschine verhalten. So kann man evtl. mit Autos mehr Kunden auf seine Webseite locken, als das mit Auto der Fall wäre. Ähnlich kann es sich mit Bindestrichwörtern und auseinander geschriebenen Varianten verhalten. Nicht zu vergessen sind auftretende Sonderzeichen. Evtl. lassen sich sogar durch ein falsch geschriebenes Wort mehrere Besucher generieren, als es mit der richtigen Schreibweise der Fall wäre.

Man sollte auch beachten, welche Vervollständigungsvarianten Google oder andere Suchmaschinen bei der Eingabe eines Schlüsselwortes anbieten um evtl. ein besseres Keyword ausfindig zu machen.