Gray-Hat-SEO ist die Suchmaschinenoptimierung im Graubereich.

 Verschiedene SEO-Methoden

Bei der Suchmaschinenoptimierung gibt es allseits bekannte und angesehene Methoden mit denen man nicht Gefahr läuft von den Suchmaschinen bestraft zu werden. Man spricht hierbei von White Hat SEO (seriöse Suchmaschinenoptimierung). White Hat SEO beinhaltet die in den vorhergehenden Kapiteln Onpage- und Offpage-Optimierung beschriebenen Methoden zur Suchmaschinenoptimierung. Das sind die gängigen und vor allem „legalen“ Vorgehensweisen um die Webseite suchmaschinentechnisch auf Vordermann zu bringen.

Suchmaschinen haben einen automatisierten Ablauf, welcher verschiedenste Punkte der Webseite auswertet. Natürlich kann man diesen Ablauf auch analysieren und durch verschiedenste Tricks neben der gewöhnlichen Optimierung auch noch zusätzlich für seine Gunsten manipulieren. Geschieht das mit unerlaubten Methoden oder werden grenzwertige Vorgehensweisen übertrieben benutzt, so spricht man von Black Hat SEO (unseriöse Suchmaschinenoptimierung). Nicht umsonst wird dieses Vorgehen mit der Farbe Schwarz dargestellt. Das Suchmaschinenergebnis wird hier gezielt verfälscht. Erfährt die Suchmaschine von der Webseiten-Manipulation, kann das zu einer Abstufung oder sogar zu einem Ausschluss der Webseite aus den Suchergebnissen führen. Man kann dann zu einem späterem Zeitpunkt die Wiederaufnahme beantragen, wird jedoch nur dann wieder aufgenommen, wenn man alle Punkte einer White Hat SEO einhält.

Das Gray Hat SEO (grenzwertige Suchmaschinenoptimierung) wiederum führt nicht unweigerlich zu einer Bestrafung seitens der Suchmaschinenanbieter. Wie der Name schon vermuten lässt ist das Gray Hat SEO eine Mischung aus White Hat SEO und Black Hat SEO. Manche Suchmaschinenoptimierer sehen das Gray Hat SEO eher als eine Abstufung des Black Hat SEO, das mit seriöser Suchmaschinenoptimierung nichts zu tun hat. Ich persönlich sehe die Optimierung mit Gray Hat Methoden als eine Möglichkeit eine Seite schneller bekannt zu machen, verbunden mit einem gewissem Risiko. Natürlich sollte man es mit den grenzwertigen Methoden nicht übertreiben um den GAU einer Bestrafung durch Suchmaschinen zu entgehen. Für langfristigen Erfolg eignet sich eigentlich nur die White Hat SEO Methode. Bei der schwarzen Methode fliegt man eher früher als später auf und wenn der Suchmaschinenalgorithmus geändert wird, dann fällt auch die Stärke grauer Webseiten. Ein kurzfristiger Erfolg kann jedoch auch durch eine grenzwertige Vorgehensweise erzielt werden. Was man hierbei jedoch beachten sollte ist, dass natürlich die Webseite irgendwann gesperrt wird und was noch viel schlimmer sein könnte: Unter Umständen wird der gesamte Server gesperrt bzw. bestraft. Das hat als Konsequenz eine Herabstufung der restlichen Seiten, die auf dem Server liegen, zur Folge und das sind meistens auch andere Projekte von einem selber. Zudem wird auch der Anbieter ganz und gar nicht erfreut sein, was eine umgehende Kündigung zur Folge haben kann. Kurzum: Wer den Black Hat „anzieht“ spielt mit dem Feuer!

Notiz am Rande: Die Begriffe White Hat und Black Hat gehen auf Western-Filme zurück. Dort kämpfte der Gute mit einem weißen Hut gegen den Bösen, der einen schwarzen Hut trug. Der Begriff Gray Hat entwickelte sich als Zwischenstück zwischen White und Black.

 Was ist Gray-Hat-SEO?

Die Gray-Hat-Suchmaschinenoptimierung ist eine grenzwertige Methode zur Suchmaschinenoptimierung. Sie nützt Lücken in den Algorithmen der Suchmaschinen um eine bessere Platzierung der Webseite zu erzielen. Es wird hier von einer grauen Methode gesprochen, da sie zwar nicht die „bösen“ Methoden der schwarzen SEO benutzt, jedoch Fehler im System ausnützt.

Eine dieser Vorgehensweisen ist der künstliche Aufbau von Links, der jedoch weitaus geringfügiger ausfällt als z.B. bei der Black-Hat-Methodik. Auch schon als Grauzone kann man eigene Eintragungen in Blogs und Social Bookmarks sehen, die einzig und allein den Zweck haben, mehr Backlinks zu generieren und eine bessere Platzierung zu erzielen. Oder auch wenn Freunde die Alexa Toolbar installieren oder ähnliche Freundesdienste leisten. So gesehen gibt es wahrscheinlich gar keine oder nur sehr wenige Webseiten die hundertprozentig der White-Head-Optimization unterliegen.

Insgesamt wird bei der Gray-Hat-SEO systematisch stärker „getunt“ als es bei der White-Hat-SEO der Fall wäre. Schlüsselwörter werden ausgiebiger gesetzt, sowohl im Content als auch bei den Alt- und Title-Attributen. Alles wird stärker auf die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen ausgelegt, oft auf Kosten des eigentlichen Inhalts.

Die beste Gray-Hat-Optimierung reizt alle Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung aus. Gerade so viel, dass die Seite beim PageRank nicht herabgestuft wird. Jedoch ist die graue Optimierung einer Webseite stets ein Balanceakt. Insbesondere wenn man die sich ständig ändernden Algorithmen der einzelnen Suchmaschinen betrachtet, findet man sich immer in der Nähe des Abgrunds. Man weiß ja nie, wann und vor allem was die nächste Änderung mit sich bringt. Nun birgt eine Gray-Hat-Optimierung weniger Risiken als die Black-Hat-Optimierung – man kann davon ausgehen, dass wenn ein Verstoß gesichtet wird, man beim Page Ranking nur fällt anstatt gebannt zu werden – jedoch eignet sich diese Optimierung nicht für ein Langzeitprojekt.

 Cloaking

Cloaking kann, wenn nicht übertrieben betrieben, auch zu den Gray-Hat-Techniken gezählt werden. Jedoch sind die meisten Betrugsversuche durch Cloaking auf Black-Hats zurück zu führen und die Folgen eines aufgedeckten Cloakingversuchs sind meisten drastische Strafen. Deshalb habe ich eine ausführliche Beschreibung über das Cloaking unter das Kapitel Black-Hat-SEO eingordnet.

 Bezahlte Links

Paid Links, also bezahlte Links, sind selbstredend Verlinkungen, die man durch den Einsatz von Geld auf anderen Seiten erhält. Google z.B. sieht es nicht gerne, wenn ein Linknetzwerk mit Hilfe solcher Links aufgebaut wird. Nun ist aber nicht immer einwandfrei und leicht festzustellen, ob ein Link durch Bezahlung oder durch den freien Willen des Webmasters der Drittseite zu Stande gekommen ist. Das ist der Bereich in dem wir uns in einer Grauzone befinden. Man kann durchaus eine Anzahl von bezahlten Links aufbauen ohne dafür von den Suchmaschinen bestraft zu werden, da diese einfach die Herkunft der Links nicht nachweisen können. Man sollte natürlich die Finger von offensichtlich bezahlten Links lassen, denn dann ist mit einer baldigen, folgenden Abmahnung, Abstufung oder Sperrung der Seite zu rechnen.

Fazit: Für den schnellen Aufbau eines Linknetzwerkes können bezahlte Links ganz hilfreich sein. Benutzt man diese Methode, dann sollte es unauffällig sein. Will man sich auf der sicheren Seite fühlen, dann sollte man auch hiervon die Finger lassen. Ein Aufbau eines Linknetzwerkes kann auch ohne bezahlte Links über die Bühne gehen. Vielleicht wäre das mögliche Geld besser in Branchenverzeichnissen angelegt, die oft eine Gebühr verlangen, um eine Firma/eine Webseite aufzunehmen. Dadurch hat man zwar weniger, aber dafür hochwertige Links. Für Low-Budget Projekte kommt diese Gray-Hat Möglichkeit sowieso nicht in Frage.

 Linkaufbau im Graubereich

Der Aufbau von Backlinks für eine Webseite ist eines der zentralen Themenfelder für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung. Geschieht dieser Aufbau künstlich, was meistens der Fall ist, befinden wir uns eigentlich schon im Gray-Hat-Bereich, da man dadurch schon eine kleine Manipulation beim SEO-Ranking vornimmt. Im Graubereich wird übertrieben viel gelinkt und alle Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung werden ausgereizt. Mit folgenden Methoden lassen sich viele Links generieren und die meisten Vorgehensweisen bieten nicht einmal ein hohes Risiko, da sehr schwer nachzuweisen ist, ob alles auf Grundlage der SEO aufgebaut wurde, oder ob es sich um eine normale, harmonische Vorgehensweise handelt.

 Linkaustausch

Du linkst meine Seite, ich linke deine Seite. Diese Vorgehensweise scheint bei der Schnelllebigkeit des Internets schon 100 Jahre alt, kann nach wie vor aber noch Positives bewirken. An sich ist der Linkaustausch nicht gerne gesehen, doch nachweisen lässt sich das, wenn im kleinen Kreis betrieben, nicht wirklich. Der beste Linkaustausch ist der, der unter Seiten stattfindet, die die gleiche Thematik behandeln, da das stärker gewichtet wird. Im Idealfall kann man als Webmaster auf mehrere eigene Projekte zurückgreifen und die Seiten untereinander verlinken. Aber auch Freunde oder bekannte andere Webmaster können mit ihren Seiten als Linkpartner herhalten. Je kleiner das ganze Unterfangen ist, desto weniger läuft man Gefahr, dass Suchmaschinen davon Wind bekommen.

Fazit: Wer Linkaustausch „unter Freunden“ macht, macht keinen Fehler. Die Gefahr erwischt zu werden ist überschaubar und die positiven Effekte liegen auf der Hand. Von großen Linkaustauschservices ist abzuraten, da diese meist unseriös sind und leichter erkannt werden.

Alternative: Wer auf Nummer sicher gehen will und es etwas zu auffällig findet direkten Linkaustausch zu betreiben kann auch im Dreieck Links austauschen. Seite A verlinkt Seite B und während Seite B einen Link auf Seite C setzt, wird A von C verknüpft. Das geht natürlich auch mit noch mehreren Teilnehmern, jedoch rate ich auch hier von Linktauschbörsen Abstand zu nehmen und alles nur im kleinen Kreis zu organisieren.

 Eintragungen in Blogs, Verzeichnissen, Gästebuchern, usw.

Mit etwas Aufwand aber auch hohem Ertrag verbunden sind manuelle Eintragungen. Im Endeffekt ist es manuelles, also künstliches, Erstellen von Backlinks, was uns schon wieder in einen Graubereich manövriert. Jedoch ist es auch das tägliche Brot eines Webmasters. Natürlich sollte der Internetauftritt in Verzeichnissen versehen werden, die mit dem Thema der Webseite zu tun haben. Es empfiehlt sich auch mehrere Beiträge zu themennahen Bereichen zu erstellen und diese bei möglichst vielen, verschiedenen Portalen zu veröffentlichen - siehe „Content-Syndication“. Auch Einträge in Gästebucher der Konkurrenz können zu einer Aufwertung beitragen, nur erkennen die meisten Suchmaschinen, dass es sich bei der Webseite um ein Gästebuch handelt und der Link wird dementsprechend weniger gewichtet. Wenn man nicht weiß, welche Seiten man aufsuchen soll, dann kann man analog zum eigenen Internetauftritt die Backlinks der Konkurrenz beleuchten. Auch die Qualität der Links lässt sich dabei feststellen und man weiß gleich woran man ist. Man sollte den Mitbewerbern immer um einen Schritt voraus sein und das ist ein gute Möglichkeit dazu.

Fazit: Das Eintragen in Verzeichnisse ist ein Muss und kann man getrost als White-Hat-SEO einordnen. Eigens erstellte Beiträge, die dann im Internet verstreut werden, sind zeitaufwendig, haben aber oft ein durchschlagendes Ergebnis. Auch Gästebucheinträge sind sehr leicht erstellt und nicht zu unterschätzen. Im Kampf mit der Konkurrenz unabdingbar.

 Content-Syndication

Bei der Veröffentlichung von Beiträgen sollte man alle möglichen Wege der Publizierung nutzen. Dabei wird im Wesentlichen der gleiche Beitrag auf mehreren verschiedenen Portalen veröffentlicht und dabei wird auch auf die eigene Webseite verlinkt. So erreicht man eine weitaus erhöhte Anzahl an Backlinks und auch einen weitaus größeren Markt. Der Begriff Content-Syndication trifft diese Vorgehensweise großteils, auch wenn es sich in unserem Fall eher um eine bessere, weiter gestreute Selbstvermarktung handelt.

 Sich selbst verlinken

Es gibt tausende Möglichkeiten sich selbst zu verlinken. Angefangen von Facebook über Twitter hin zu gängigen Blogs, Flickr usw. scheint es grenzenlos möglich zu sein seine eigene Seite zu verlinken. Man sollte davon Gebrauch machen! Am besten funktioniert das bei internetaffinen Webmastern, und das dürften die Meisten sein, die sich auch im privaten Bereich viel im Internet bewegen und engagieren. So kann als schöner Nebeneffekt eine Verbesserung der eigenen Arbeit mit einhergehen und das ohne oder mit nur sehr wenig Mehraufwand. Da es zudem kaum mit Risiken verbunden ist, spricht nur wenig dagegen.

 Einkauf bestehender Domains

Am freien Markt können sich nicht alle Mitbewerber behaupten. Viele Links auf die Webseiten der ehemaligen Konkurrenz bleiben aber trotzdem bestehen, was man zu seinem Vorteil nutzen kann. Man sollte sich stets informieren und ggf. zugreifen wenn sich eine lohnende Domain für einen erschwinglichen Preis auftut. Natürlich sollte eine große Anzahl an Links auf die URL verweisen, ansonsten macht das ganze Unterfangen keinen Sinn. Nach dem Erwerb der Adresse verweist man auf eine Splash-Page der eigenen Webseite um die Verlinkungen für den eigenen Internetauftritt angerechnet zu bekommen.

Fazit: Sollte sich ein gutes Angebot auftun und hat man ein ausreichendes Budget, dann ist diese Methode eine wirklich gute Möglichkeit um schnell an Backlinks zu kommen. Sind die Backlinks zudem noch qualitativ hochwertig, was sich ja leicht herausfinden lässt, dann spricht nicht viel gegen den Einkauf bestehender Domains. Obwohl man sich auch hier in einer Grauzone befindet, kann man davon ausgehen, dass keine Suchmaschine Probleme macht.

 Doppelter Content

Eine übliche Vorgehensweise als Gray-Hat ist die Erstellung mehrerer Websites mit gleichem Inhalt. Das stellt insofern ein Problem dar, dass Suchmaschinen oft mehrere inhaltlich ähnliche oder gleiche Seiten in den Suchergebnissen auflisten und der Benutzer folglich keinen Mehrwert an Informationen erhält, sondern nur den selben Inhalt in einer anderen Hülle. Seiten mit ähnlichem Content werden mittlerweile von den Suchmaschinen bestraft oder gesperrt. Oft werden Seiten mit doppeltem Inhalt auch von der Konkurrenz gemeldet, ausgenommen sind natürlich Seiten die z. B. nach Themen indexieren. Aus diesem Grund muss man bei der Suchmaschinenoptimierung beachten, keine zwei Domains auf einen Inhalt zu verlinken, da das als doppelter Inhalt gewertet werden könnte.

Fazit: Doppelter Content wird von den Suchmaschinen schnell entdeckt und hat somit keine Vorteile mehr. Der Aufwand wäre überschaubar, lohnt sich aber nicht.

Zusammenfassung: Die Optimierung durch Gray-Hat-Methoden ist ein Balanceakt. Will man jedoch weit vorne in den Suchergebnissen landen und hat nicht unbedingt einen einzigartigen Inhalt auf seiner Seite, dann kommt man kaum um diese Vorgehensweisen herum. Meister der Suchmaschinenoptimierung können es dann auch bis aufs Äußerste ausreizen. Man darf sich einfach nicht dabei erwischen lassen. Viele Möglichkeiten der Gray-Hat-SEO können auch von weniger erfahrenen Webmastern benutzt werden, diese sind zumeist auch als hellgrau anzusehen, da sie zwar nicht dem White-Hat-SEO entsprechen aber trotzdem sehr gebräuchlich und harmlos sind. Von dunkelgrauen Machenschaften ist jedoch abzuraten, denn für die minimalen möglichen Verbesserungen ist das Risiko zu hoch.